My intern story • 12. Januar 2019

Im Frühjahr wurden wir im Zuge der Azubivortragsreihe gebeten, selbst einmal als Azubis einen Vortrag über die Ursprungsländer des Kaffees zu halten. Daraufhin haben wir uns in Zweier- bis Dreiergruppen aufgeteilt und Präsentationen ausgearbeitet. Durch Eigenrecherche mit den Firmen in den Ursprungsländern, sowie den zuständigen Verantwortlichen in Hamburg haben wir Informationen gesammelt, und diese präsentiert. Neben den Kollegen wurden die Vorträge auch von einer firmeninternen Jury bewertet. Der ansprechendste Vortrag, Inhalt und Vortragsweise betreffend, wurde mit einer Reise in ein Ursprungsland belohnt.

So hatte ich Ende November 2018 die Möglichkeit, für zwei Wochen NKG East Africa besuchen zu können. Am 18. November flog ich endlich von Frankfurt über Zürich nach Nairobi. Dort wurde ich am Flughafen abgeholt und zur Unterkunft gebracht, von wo aus ich am nächsten Morgen mit einem ehemaligen Mit-Azubi aus Hamburg Richtung NKG East Africa fuhr. Am ersten Tag erhielt ich einen Überblick vor Ort und konnte das gesamte Gelände besichtigen. Die Gruppe in Kenia ist in Ibero (das Handelshaus), Tropical Farm Management und NKG Mills unterteilt. Am Abend war das KCTA-Dinner in einem alten englischen Kolonialclub, ein Treffen aller kenianischen Kaffeehändler, an dem ich als Gast teilnehmen konnte. Am nächsten Tag ging es für uns dann zur Kaffeeauktion in Nairobi, wo man in einem alten Gebäude Kaffee ersteigert, der dann größtenteils in den Export nach Europa oder z.B. Japan geht.

Staunen und von den Mitarbeitern vor Ort lernen

Die nächsten zwei Tage ging es dann mit einem skandinavischen Kunden in die Kaffeeregionen in Nyeri und Kirinyaga, wo wir die Waschstationen besuchten. Dort wurde mir erstmals wirklich klar, welche Prozesse notwendig sind, um den Kaffee vom Baum bis zur Mühle in den Ursprungsländern zu bringen. Dabei war sehr interessant, mit welch fortschrittlicher Technik vor Ort bereits gearbeitet wird und welchen Unterschied die Standards beim Waschen merklich auf die Kaffeequalität haben.

Am Freitag habe ich dann sehen können, wie die Container beladen werden. Es war enorm spannend, mit welcher Präzision und Aufgabenverteilung ein ganzer Container in kürzester Zeit beladen und versiegelt wurde, um Richtung Mombasa verbracht zu werden und von dort zu den Kunden in der ganzen Welt verschifft zu werden. Am freien Wochenende hatte ich die Möglichkeit für zwei Tage in das Ol Pejeta Conservancy zu fahren, wo ich einen Einblick in die Natur und das „Wildlife“ Ost Afrikas bekam. Wir fuhren den ganzen Tag über Schotterpisten durch den Park und hatten das Glück von Gazellen über Büffel, Elefanten und Giraffen bis hin zu Nashörnern fast alle möglichen Tiere zu Gesicht zu bekommen.

In der zweiten Woche habe ich mich hauptsächlich mit den Kaffeequalitäten Kenias und Tanzanias auseinandergesetzt. Ob Spezialitätenkaffees von den besten Cooperativen des Landes bis hin zur kommerziellen Ware mussten wir jeden Kaffee probieren und bewerten, um für die kommenden Auktionen vorbereitet zu sein. In dieser Woche durfte ich nämlich nicht nur zur Auktion in Nairobi gehen, sondern auch zur Tanzania-Auktion in Moshi. Hierfür flogen wir früh morgens über den Kilimanjaro zum Kilimanjaro Int. Airport und abends wieder zurück. In diesem Zug hatte ich auch die Möglichkeit eine logistische Zweigstelle und ein Lagerhaus der NKG in Tanzania zu besichtigen.

Ich möchte mich herzlichst bei der Geschäftsführung der NKG für diese einmalige Möglichkeit bedanken, in ein Ursprungsland des Kaffees reisen zu können. In den zwei Wochen, die ich in Ost-Afrika verbringen durfte, habe ich unglaublich viel lernen können. Nicht nur, weil es meine erste Reise auf den afrikanischen Kontinent gewesen ist, sondern auch, weil mir somit Einblicke in den wirklichen Ursprung der Kaffeeproduktion ermöglicht wurden. Und auch durch die Kundenbesuche nicht nur von Handelshäusern, sondern auch von Röstern lernte ich die verschiedenen Perspektiven der Firmen, die in den Kaffeehandel involviert sind, besser kennen.